Gemeindeentwicklungsprojekt erfolgreich abgeschlossen

Die im Rahmen der Gemeindeentwicklung angestoßene Suche und Gestaltung eines Ortes für die Vogtareuther Mariensäule fand einen schönen Abschluss.P1140772

Mit einer Maiandacht wurde die erneuerte Vogtareuther Mariensäule feierlich am Lindberg eingeweiht. Bei regenfreiem und stimmungsvollen Himmel segnete Pfarrer Seidenberger die originalgetreu nachgebildete Mariensäule an ihrem neuen Standort am Lindberg. Musikalisch umrahmt wurde die Andacht, an der rund 120 Vogtareuther(innen) teilnahmen, von der Blech-Blos-Gruppe unter der Leitung von Martina Schmidmayer. Zuvor gab Irmi Sewald in einem kurzen Vortrag noch einen umfänglichen Einblick in die Geschichte, soweit bekannt, der Vogtareuther Mariensäule.

Im Jahre 1868 hat die Dorfgemeinde Vogtareuth zu Ehren der Muttergottes eine Mariensäule aufgestellt. Diese ursprüngliche Säule stand an der Krankenhausstraße gegenüber der heutigen Schön Klinik, dort wo früher die Straße nach Ried und Lueg abzweigte. Wegen Baumaßnahmen und weil das aus Kalkstein bestehende Mariendenkmal stark sanierungsbedürftig war, ist sie vor ca. 10 Jahren entfernt worden. P1140689Es hat sich herausgestellt, dass die Säule mindestens zu 1/4 der Gesamtgröße schon im Boden versunken bzw. zugewachsen war und somit viel kleiner aussah. Tatsächlich ist die Vogtareuther Mariensäule eine der Größten dieser Art im Landkreis bzw. der weiteren Umgebung. Gespendet bzw. bezahlt worden ist die original nachgebildete Säule wiederum von Vogtareuther Bürgern. Die Säule ist von Steinmetz Bürger aus Zainach aus bayerischem Granit gemacht worden. Die Muttergottes und das Kreuz sind neu, haben aber ursprüngliche Größe und Aussehen. Nur der Christuskorpus ist vermutlich das Original aus dem Jahr 1868. Der neue Standort am Lindberg ist ein würdiger Platz für dieses Mariendenkmal. Es ist der höchste Punkt vom Dorf, man hat eine schöne Aussicht, es ist ein Platz zum Ruhe finden, Kraft schöpfen und „Dankschön“ zu sagen.

P1140693„Errichtet von der Dorfgemeinde Vogtareuth im Jahre 1868“ steht auf der original und auf der nachgebildeten Säule.

Der Grund der seinerzeitigen Errichtung der Mariensäule, der genaue Anlass, den hat man leider bis jetzt noch nicht in Erfahrung bringen können, trotz Nachforschungen in verschiedenen Archiven, alten Zeitungen und durch Nachfragen bei älteren Bürgern, die vielleicht durch Überlieferungen noch etwas wissen könnten. Man hat nichts herausgefunden.P1140704

Es war damals, 1868, die Zeit von König Ludwig II., dem Märchenkönig. In Bayern wurde die Gewerbefreiheit eingeführt, man hat in diesem Jahr auf Anweisung des Königs die „50-jährige Bayerische Verfassung“ gefeiert und es wurden in diesem Jahr Gesetze verabschiedet, die den Menschen und besonders auch unehelichen Kindern mehr Rechte garantierten.

Die Menschen damals hatten Sorgen und Nöte, es gab Epidemien, Krankheit, Kriege  und Unglücke. In der heutigen Zeit hat sich davon nichts geändert. Auch heute gibt es Krankheit, Terror und Katastrophen.  Aber es hat auch früher genauso wie heute, schöne Zeiten und freudige Anlässe gegeben. Wichtig und schön ist besonders die Tatsache, dass sich damals Bürger der Dorfgemeinde zusammengetan haben und  zu Ehren der Muttergottes diese Mariensäule errichtet haben.

P1140727Jetzt, fast 150 Jahre später, kamen die Vogtareuther als Gemeindebürger und als Dorfgemeinschaft erneut zusammen, bezeugten miteinander ihren Glauben und baten gemeinsam die Muttergottes um ihren Schutz und Segen für sich und ihre Dorfgemeinde. Den am Ende der Andacht am Himmel erschienenen Regenbogen könnte als wohlwollendes Zeichen gedeutet werden.

Bürgermeister Leitmanstetter bedankte sich im Anschluss eben für dieses Bürger Engagement und sieht dies als gutes Zeichnen für den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft.

Im Anschluss saßen die Anwesenden noch gemütlich bei einer Brotzeit zusammen und freuten sich über den schönen Anlass.P1140739